Private Entscheidungen
Manche Entscheidungen triffst du nur einmal.
Der Hauskauf, der Jobwechsel mit vierzig, das Erbe, die Behandlungsentscheidung.
Private Entscheidungen dieser Größe tragen dieselbe Mechanik wie die großen Entscheidungen in Unternehmen, Verlustangst, verankerte Annahmen, investierte Jahre.
Nur fehlt privat fast alles, was in Unternehmen wenigstens manchmal gegensteuert - kein Gremium, kein Prozess, oft nicht einmal ein Gegenüber, das ehrlich widerspricht.
Ich setze dort an, wo eine Entscheidung zu groß ist, um sie nur im Kopf zu wälzen, und zu persönlich, um sie einer Ratgeber-Formel zu überlassen.
Wo Urteilsqualität bei privaten Entscheidungen verloren geht
Der Verlust wiegt schwerer als der Gewinn
Was wir aufgeben müssten, wiegt beim Entscheiden schwerer als das, was wir gewinnen könnten, selbst wenn beides gleich groß ist (Verlustaversion). Und die vertraute Lage fühlt sich schon deshalb richtig an, weil sie vertraut ist (Status quo Bias).
Deshalb bleibt das Haus, das längst zu groß ist, und der Job, der längst zu klein ist. Die Entscheidung wird nicht getroffen, sie wird vertagt, und das Vertagen fühlt sich an wie Sorgfalt.
Die investierten Jahre
Wer zehn Jahre in einen Beruf, eine Stadt oder ein langes Vorhaben gesteckt hat, entscheidet nicht mehr frei über die nächsten zehn (Sunk Cost).
Das Geleistete soll nicht umsonst gewesen sein, also machen wir weiter. Dabei sind die zehn Jahre so oder so vorbei, die einzige noch offene Frage ist, was von hier aus das Richtige ist.
Verlorene Jahre holt man nicht zurück, indem man ihnen weitere hinterherwirft.
Die vorgestellte Reue
Vor großen Entscheidungen spielen wir durch, was wir später bereuen könnten, und wählen dann den Weg, bei dem die vorgestellte Reue am kleinsten ist (Anticipated Regret; Zeelenberg, 1999).
Das wirkt wie Klugheit, verschiebt aber unbemerkt den Maßstab. Entschieden wird nicht mehr für das, was werden soll, sondern gegen ein Gefühl, das bisher nur in der Vorstellung existiert.
Und die vorgestellte Reue täuscht auf eine bestimmte Weise. Kurzfristig bereuen wir am stärksten, was wir getan haben, langfristig aber, was wir gelassen haben (Gilovich & Medvec, 1995). Was im Rückblick eines Lebens am schwersten wiegt, sind selten die Fehler, sondern die ungenutzten Möglichkeiten.
Das fehlende Korrektiv
In Unternehmen sitzt wenigstens manchmal jemand am Tisch, der nachfragt.
Privat prüft niemand die Annahmen, auf denen deine Entscheidung steht. Wir suchen Informationen, die den heimlichen Favoriten bestätigen (Confirmation Bias), und das Umfeld nickt, weil es uns mag.
Das Korrektiv lässt sich aber nachbauen. Schon wer dieselbe Frage ein zweites Mal beantwortet, unter bewusst anderen Annahmen, urteilt im Schnitt messbar genauer (Herzog & Hertwig, 2009).
Genau solche Werkzeuge bringe ich mit.
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Arkes, H. R., & Blumer, C. (1985). The psychology of sunk cost. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 35(1), 124–140. https://doi.org/10.1016/0749-5978(85)90049-4
Gilovich, T., & Medvec, V. H. (1995). The experience of regret: What, when, and why. Psychological Review, 102(2), 379–395. https://doi.org/10.1037/0033-295X.102.2.379
Herzog, S. M., & Hertwig, R. (2009). The wisdom of many in one mind: Improving individual judgments with dialectical bootstrapping. Psychological Science, 20(2), 231–237. https://doi.org/10.1111/j.1467-9280.2009.02271.x
Kahneman, D., & Tversky, A. (1979). Prospect theory: An analysis of decision under risk. Econometrica, 47(2), 263–291. https://doi.org/10.2307/1914185
Loomes, G., & Sugden, R. (1982). Regret theory: An alternative theory of rational choice under uncertainty. The Economic Journal, 92(368), 805–824. https://doi.org/10.2307/2232669
Nickerson, R. S. (1998). Confirmation bias: A ubiquitous phenomenon in many guises. Review of General Psychology, 2(2), 175–220. https://doi.org/10.1037/1089-2680.2.2.175
Samuelson, W., & Zeckhauser, R. (1988). Status quo bias in decision making. Journal of Risk and Uncertainty, 1(1), 7–59. https://doi.org/10.1007/BF00055564
Zeelenberg, M. (1999). Anticipated regret, expected feedback and behavioral decision making. Journal of Behavioral Decision Making, 12(2), 93–106.
Wie ich arbeite
Mein Gegenstand ist die Entscheidung, nicht deine Lebensführung.
Was gut für dich ist, weißt du selbst am besten. Ich sorge dafür, dass du es beim Entscheiden auch sehen kannst.
Dafür machen wir Annahmen, Zielkonflikte und Verzerrungen sichtbar und bauen die Kriterien und Prüfpunkte, die zu deiner Situation passen.
Am Ende steht eine Entscheidung, die du erklären und rechtfertigen kannst, vor allem vor dir selbst.
Der zweite Blick
Sechzig Minuten zu der einen Entscheidung, die dich gerade beschäftigt
200 Euro, mit Passungs-Garantie
Begleitung durch die Entscheidung
Für die großen Fälle, wie den Ausstieg oder die Übernahme, den Umzug oder den späten Berufswechsel.
Strukturierter Prozess über drei bis sechs Monate, beginnt mit einer Standortbestimmung der Entscheidungslage.
Ab 4.500 Euro.
Für wen
Für Menschen vor einer Entscheidung, die sich nicht rückgängig machen lässt und deren Gewicht sie spüren.
Für alle, die merken, dass sie seit Wochen kreisen statt entscheiden.
Und für die, die längst entschieden haben und sich nicht trauen, es auszusprechen.
Du bekommst innerhalb von 48 Stunden eine Rückmeldung mit Terminvorschlägen.